Wüstenkaravane

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Wüstenkaravane

 von Akki56
Donnerstag, 26. April 2007

Wer nach exotischen Reisezielen sucht, dem möchte ich einmal mehr
Marokko empfehlen. Es liegt nur wenige Flugstunden entfernt, es ist
für uns Europäer günstig und schließlich bietet es eine völlig andere
uns fremde Kultur.
Schon einige Male war ich in Marokko. Was ich noch unbedingt erleben
wollte war die Wüste im Süden von Marokko. Eine Woche auf dem Kamel
oder einfach nur zu Fuß mit Gleichgesinnten nur durch ewigen Sand
unter gleißender Sonne war mein Ziel.
Die Anreise mit Royal Air Maroc von Deutschland aus ist zwar preiswert,
aber nicht unbedingt zuempfehlen. Unser Flugzeug hatte einen nicht zu
behebenden technischen Schaden. Geschlagene 8 Stunden später saßen
wir noch immer am Flughafen fest. Nach einem Protest aller Fluggäste
konnten wir mit einer durch Royal Air Maroc angemieteten Lufthansa
Maschine (peinlich!) Nachts endlich nach Casablanca abdüsen. Den Rest
der Nacht verbrachten wir dann mangels Anschluß-Flug im dortigen Flughafen-Hotel. Am nächsten morgen ging es weiter per Flug nach
Ouarzazate im Süd-Osten gelegen und Startpunkt unserer Reise. Leider
gab es dann noch mal Probleme mit dem Durchchecken unseres Gepäcks
bis hier. Es erreichte uns erst in der darauffolgenden Nacht. Ohne Wechsel-
wäsche und Kulturtasche waren einige von uns inzwischen sehr frustriert.
Aber durch unser gemeinsames Thema Rooyal Air Maroc fanden wir als
Gruppe gut zusammen.
So konnten wir erst am folgenden Tag per Jeep die 300 Km Richtung
Wüste starten. Wie das Schicksal es will waren wir noch immer vom Pech
verfolgt bereits 1/2 Std. hinter Ouarzazate gab es eine Reifenpanne, die
wiederum nur durch freundliche Überlassung des Wagenhebers eines
anderen Touristen behoben werden konnte.
Durch das Draa-Tal welches zur Straße der 1000 Kasbahs (alte Wehrburgen aus Lehm) gerechnet wird fuhren wir über Zagora vorbei
an unvorstellbar großen Dattelpalmenwäldern durch eine schier
unbeschreiblich schöne Landschaft bei bestem Sonnenschein und
blauem Himmel. Infolge der für uns verlorenen Zeit fuhren wir allerdings
gleich zum zweiten Zeltlagerplatz.
Gierig nach Abenteuer verbrachten einige von uns die kommenden
Wüstennächte unter dem Sternenhimmel im Schlafsack ohne Rücksicht
auf Schlangen und Skorpione die es hier selbstverständlich gibt.
Unsere Begleitmannschaft bestand aus 2 Kameltreibern, einem Koch,
einem Organisator einer dortigen Reiseagentur sowie einem Fahrer, der
unser Gepäck immer zum nächsten Lagerplatz vorzufahren hatte. Der
Rest unseres Gepäcks wurde wie wir auf dem Rücken der Kamele bei
einer täglichen Gehstrecke von ca. 20 Km zum folgenden Lager gebracht.
Immer wurden wir von unseren Köchen dort bestens mit Marokkanischen
Essen versorgt. Abends gab es meißt gekochtes vegetarisches Couscous
oder Tagine (Marok. Nationalgericht) . In fernen heißen Ländern, wie

auch hier in der Wüste lebt sichs ja nach dem Spruch: "Schäl es, koch es
oder vergiß es" aber bei uns gab es Mittags dagegen stets eine große
Salatplatte von der wir gemeinsam aßen. Das führte natürlich dazu, daß
einer meiner Kollegen dieses Essen nicht vertrug. Es traf Ihn mit voller
Härte. Die Hitze und das fremde Essen machten das er einfach vornüber
vom Kamel fiel. Völlig blaß und kaum ansprechbar brauchten wir längere Zeit um Ihn wieder auf die Beine zu bringen. Eigentlich hätte er den
Wüstentrip hier abbrechen können, aber wir hatten das Glück abends
auf zwei Fahrzeuge mit Franzosen zu stoßen, die zum Team Ärzte ohne
Grenzen gehörten und hier im Grenzgebiet der Marokkanisch-Algerischen
Wüste patrollierten.
Was mich faszinierte waren an den nächsten Tagen die riesig ausgedehnten
Dünenlandschaften mit Sandbergen bis zu 130m Höhe. Hier wo die Wüsten-
landschaft für uns alle am schönsten war sollten wir dann auch noch einen
Sandsturm zu spüren bekommen. Meine elektronische Kamera leidete
völlig darunter. Sie hatte sozusagen Sand im Getriebe. Die automatische Scharfstellung versagte und viele meiner Bilder waren nicht mehr zu ge-
brauchen. Die traumhaften Lichtstimmungen hier in der Wüste begeisterten
uns alle. Zu Sonnenauf- und untergang ging es auf die Dünenkämme um
den Sonnenball zu fotografieren.
Am siebten Tag trafen unsere Jeeps ein zur Rückreise nach Ouarzazate.
Zuerst lagen 80 Km teils steinige Wüstenpiste vor uns. Für die wenigen
Kilometer brauchten die Fahrzeuge schon mal über 3 Stunden.
Dann in Foum Zguid gibt es endlich wieder die erste Asphaltstraße.
Weiter geht es durch endlose Stein und Geröll-Landschaften. Schließlich
haben wir Nachmittags noch Zeit die berühmte Kasbah Ait Ben Haddou
zu besichtigen. Dieses ganze Wehrdorf zählt zu den ältesten und schönsten
Siedlungen Marokkos. Ein Labyrinth aus Häusern, Türmen und Getreide-Speichern. Einige große Kinofilme sind bereits hier gedreht worden, z.B. Sodom und Gomorrah oder Laurence von Arabien.
Erst am späten Abend kommen wir für die letzte Nacht in unserem Hotel
an. Wir feiern gemeinsam noch ein schönes Abschiedsfest. Die Nacht ist
kurz schon um 3.30 Uhr des nächsten Tages müssen wir aufstehen um
unseren Rückflug zu bekommen.
Trotz einiger Widrigkeiten anfangs war es doch ein schönes
Urlauberlebnisse und deshalb hier zu empfehlen.


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Letzte Änderung: 04.05.2007 23:48:56
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