Am 11.03.2005 um 20.15 Uhr ging es am Frankfurter Flughafen los mit der Air Seychelles in Richtung Mahé; das ist die Hauptinsel der Seychellen. Schon wenn man den Flieger betritt und einen die Stewardessen in ihren bunt gemusterten Kleidern begrüßen, hat man gleich das richtige Urlaubsfeeling. Zudem wird man schon beim Einstieg dezent mit kreolischer "Gute-Laune-Musik" beschallt und bekommt über die Bildschirme Bilder von Palmen, Sonne und Strand eingespielt. Da hat man gleich einen treffenden Eindruck von dem, was einen ca. 9 Stunden später nach einer etwas zerknitterten Nacht im Flieger und noch mal ca. 1 Stunde Warten am Check-In am Urlaubsort erwartet. Und was soll ich sagen - die Bilder haben nicht gelogen und in Natura sind die Seychellen noch viel viel schöner als Bilder es überhaupt ausdrücken können, vielleicht wirklich die schönste Inselgruppe der Welt. Nicht umsonst werden die Seychellen ja auch der wahre Garten Eden genannt. Dies haben sie vor allem dem "Vallee de Mai" auf der zweitgrößten Insel Praslin zu verdanken, einem völlig naturbelassenen kleinen Urwald, in dem die berühmte "Coco de Mèr"-Palme wächst, die es nur auf den Seychellen gibt. Um diese einmalige Pflanze ranken sich viele Legenden wegen ihrer besonderen Kokosnuss, deren Form verdammt dem weiblichen Becken ähnelt und lustigerweise sieht die Frucht der männlichen Pflanze genauso aus wie...... na, Sie können es sich schon denken - unbedingt empfehlenswert, einen Spaziergang durch diesen kleinen Wald zu machen. Von Praslin aus sollte man unbedingt einen Abstecher auf die drittgrößte Insel "La Digue" machen, hier hat man das Gefühl, dass die Zeit ein bisschen stehen geblieben ist, denn es fahren dort keine Autos, nur Ochsenkarren. Man kann sich aber gleich am Hafen Fahrräder ausleihen und die Insel damit selbst erkunden. Besonders sehenswert ist der "Grand Anse", ein breiter Sandstrand, der wegen seiner starken Brandung nicht ganz ungefährlich ist, und der "Anse Source d'argent", das ist der Strand, an dem die bekannte Bacardi-Werbung gedreht wurde. Hier kann man den ganzen Tag im seichten Wasser dümpeln und es sich gut gehen lassen; Zeit spielt auf den Seychellen eh nicht so eine große Rolle. Aber auch wenn man nicht den ganzen Tag faul am Strand liegen möchte, bieten die Seychellen einige Beschäftigung. Wir sind ganz der Leidenschaft fürs Tauchen verfallen und da haben die Seychellen sicherlich einige der schönsten Unterwasserreviere der Welt zu bieten. Die Korallen sind glücklicherweise durch den "El Nino" nicht so sehr zerstört worden und der Fischreichtum ist einfach atemberaubend. Wer nicht taucht, kommt aber auch schon beim Schnorcheln voll auf seine Kosten. Und wer sich überhaupt nichts aus Wassersport macht, kann sich an der äußerst üppigen Natur an Land erfreuen. Auf der Hauptinsel Mahé gibt es diverse Wanderwege kreuz und quer über die Insel, die teilweise ziemlich bergig ist (immerhin bis 900 m hoch). Und dann sollte man unbedingt der kleinsten Hauptstadt der Welt "Victoria" einen Besuch abstatten, über den "Sir Selwyn Selwyn-Clarke"-Fischmarkt und durch die kleinen Einkaufsstraßen schlendern und anschließend im "Pirate's Arms" ein "Seybrew" trinken, das ist die lokale Biersorte der Seychellen. Wenn man davon genug intus hat, kann man vielleicht auch Captain Jack Sparrow begegnen, denn auf den Seychellen sollen früher richtige Piraten geankert haben. Deren Gräber findet man auf der kleinen Insel "Moyenne", die sich gut für einen Tagesausflug von Mahé aus anbietet. Leider haben die Piraten und Seefahrer früher massenweise die auf den Inseln einheimischen Riesenschildkröten abgeschlachtet, bis diese fast völlig ausgerottet waren. Inzwischen ist man sich aber der Einmaligkeit dieser Tiere bewusst und züchtet neue Generationen von Schildkröten heran. Auf "Curieuse", unweit von Praslin, kann man eine solche "Turtle-Farm" besuchen - auch dies ein einmaliges Erlebnis, denn die Tiere laufen dort frei herum, können gefüttert werden und sind äußerst zutraulich. Die älteste Schildkröte, die fast 200 Jahre alte Esmeralda, lebt allerdings auf "Bird Island", einer etwas abgelegenen Insel, die vor allem für die dort in Scharen nistenden Vögel bekannt ist. Was gibt es sonst noch zu berichten? Die Strände der Seychellen sind durchweg alle traumhaft, man kann sogar hier und da noch wirklich einsame Ecken finden, wenngleich der Tourismus inzwischen längst auch im Paradies angekommen ist - allerdings in sehr gemäßigter Form. So ist z.B. der "Beau Vallon" im Norden von Mahé beliebter Treffpunkt auch für die Einheimischen, mit denen man dort sehr leicht in Kontakt kommt. Dort gibt es auch Möglichkeiten zum Wasserski, Jetski etc. Wer es einsamer mag, sollte sich zum "Anse Intendance" im Süden begeben und auf dem Weg dorthin unbedingt das Atelier von Michael Adams besuchen, der für seine farbenfrohen Bilder von der Natur und dem Leben auf den Seychellen bekannt geworden ist (wir haben uns auch gleich zwei gekauft und damit ein bisschen Seychellen-Feeling nach Hause geholt). Da Mahé doch etwas größer ist als die übrigen Inseln, empfehlen wir, zumindest für einen Tag mal ein Auto zu mieten und damit die Insel zu erkunden. Was die Unterbringung angeht, hatten wir das Glück, privat wohnen zu können bei Verwandten, die auf den Seychellen leben. Deshalb konnten wir uns auch den Luxus leisten, volle vier Wochen dort zu bleiben. Ansonsten sind die Seychellen nicht gerade billig, jedenfalls wenn man dort Hotelurlaub bucht. Es gibt aber auch die Alternative, in sogenannten "private guesthouses" unterzukommen, die sind viel günstiger, dafür natürlich auch sehr schlicht. Als wir das erste mal auf den Seychellen waren (in 1999) haben wir auf Praslin in einem solchen guesthouse gewohnt, das war durchaus erschwinglich und unseres Erachtens viel authentischer als so ein durchgestyltes Luxushotel. Außerdem kommt man so viel schneller mit den Einheimischen in Kontakt, die einen sehr herzlich aufnehmen. Wer unbedingt mag: Es gibt sogar ein paar kleine Diskotheken, in die auch die Einheimischen gehen, um mal wieder so richtig "Seybrew" zu tanken oder mit Cola-Bacardi zu Reggea oder Black Music abzutanzen. Kann lustig werden, so ein Abend, auch wenn die Seychellen sicher nicht für ihre Party-Szene bekannt sind. Trotzdem gibt es auch dort junge Leute, die sich mal vergnügen wollen und da kann man sich auch als Tourist gut untermischen. Noch ein Wort zum Wetter: Es herrscht durchweg tropisches Klima, d.h. in der Regel um die 30°, das Wasser immer warme 26-28°. Vor der Sonne muss man sich in Acht nehmen, wer empfindlich ist, sollte unbedingt einen hohen Sonnenschutzfaktor mitnehmen und sich nicht zur Mittagszeit in die pralle Sonne legen (man wird auch im Schatten braun - ungelogen). Hierbei allerdings aufpassen, dass man sich nicht direkt unter eine Kokospalme legt, typischer Touristenfehler - kann schmerzhaft sein, wenn so ein Ding runterfällt. Wir wollen allerdings auch nicht verschweigen, dass es manchmal auch so heftig regnen kann, dass man denkt, die Welt geht unter - und wenn man Pech hat, geht das gleich mehrere Tage so. Aber das sind halt die Tropen, ansonsten wäre die Natur dort nicht so üppig. Für uns sind die Seychellen jedenfalls ein wirkliches Paradies; wir sind Wiederholungstäter, waren schon mehrfach dort und werden sicherlich wieder hinfahren.
Claudia und Michael | |