Freitag, den 18. 7. 2003 - Abreise
In Deutschland ist herrliches Sommerwetter. Seit Wochen scheint die Sonne, und es ist mollig warm, also gar keine Veranlassung, Urlaub zu machen. Aber wir machen natürlich doch Urlaub. 3 Wochen geht es in den Süden von Afrika. Die Kinder haben alles seit Wochen geplant, und wir Oldies fahren nur mit. Gegen 20 Uhr fahren wir zum Flughafen und dort sind massig Leute, es steht eine riesig-lange Schlange von Leuten beim Durchleuchten aller Gepäckstücke. Wir bekommen Probleme mit der Halogen-Taschenlampe, die fürs Camping dabei ist und müssen die Batterien entfernen. Nach dem Einchecken haben wir nur noch Zeit, um zum Gate zu gehen, 2 Stunden sind am Schulferienbeginn (der heute ist) etwas knapp. Beim Einlass in den Gatebereich werden wir wieder kontrolliert, und der große Strahler muß nun noch auseinander genommen werden. Man könnte ja eine Bombe zünden! Vor dem Gate steht wieder eine Schlange, nochmals Kontrolle des Handgepäcks. Wir fliegen mit Emirates Airlines, zuerst bis Dubai, deshalb wohl die vielen Kontrollen. Die Mitreisenden sind zumeist Pakistani, Araber, Inder und wenige Weiße. Die Maschine, ein Airbus 320, ist voll, viele Kinder sind unter den Passagieren. Um 22.30 Uhr ist Start, pünktlich, die Stewardessen sind hübsch und sehr freundlich. Sie tragen ein helles Kostüm, ein rotes Käppi mit einem Schleier an der Seite. Der Service ist sehr gut, es gibt sogar Alkohol umsonst (außer Champagner) und eine Getränke- und Speisekarte. An den Rückenlehnen des Vordersitzes gibt es Spielcomputer, die wir gleich ausprobieren. Gegen 0.30 gibt es Dinner, aber es ist arabische Küche, und wir sind nicht so begeistert. Also versuchen wir zu schlafen. Wir haben 6 Stunden Flug und 2 Stunden Zeitverschiebung vor uns.
Sonnabend, den 19. 7. 03 - Dubai - Johannesburg
Nach 7 Uhr Ortszeit landen wir in Dubai. 34 Grad Außentemperatur und trüber Himmel. Doch wir sind schnell in der großen Empfangshalle, zuvor wurden wir wieder einmal "durchleuchtet", sogar die Schuhe werden kontrolliert. Wir gelangen in eine Halle, die wie ein 3-stöckiges Kaufhaus aussieht. Viel Glas, viel Licht, alles glitzert vor Chrom. Die Abfluggates sind in der oberen Etage, alle anderen Flächen sind für Geschäfte genutzt. Dubai soll der größte Duty-free-Shop der Welt sein. Er ist wirklich einmalig, die oberen Etagen sind wie aus "Tausendundeiner Nacht" gestaltet, Bögen, Palmen, Gold und Spiegel, in denen sich das Licht spiegelt.
Duty-free in Dubai
Wir nehmen erst einmal einen Kaffee an einer Bar, und anschließend durchbummeln wir die Geschäfte. Die Preise sind fast wie in Deutschland, trotz Zollfreiheit. Beeindruckend sind die Schmuckangebote. In der Mitte der Halle sind diese Geschäfte als offene Ladenflächen eingerichtet. Goldketten liegen in Glasvitrinen auf einem Haufen, als würde man in eine Schatztruhe schauen. Der verarbeitete Goldschmuck, 22 Karat, wird je nach Verarbeitung für 13 bis 22 US$ pro Gramm angeboten. Die Ketten und Armbänder sind schwer, also kostet alles einiges, Ich habe ein sehr hübsches breites Armband (im indischen Stil mit verschiedenen Edelsteinen) anprobiert, dieses wog 28 gr. und kostete 500 Euro. Es wird viel gekauft von Arabern, deren Frauen schon viele Armbänder und allerlei Schmuck tragen. Viele sind verschleiert und verhüllt, einige junge Mädchen haben lange dunkle Mäntel an, aber aus edlem Stoff. Unsere 4-stündige Wartezeit ist schnell vorbei, und wir gehen zum nächsten Flug - Dubai -Johannesburg, über 6,5 Stunden. Die Maschine ist wieder voll, aber jetzt sind mehr "Weiße" an Bord. Wir haben ähnliche Plätze wie zuvor, es ist ganz schön eng. Wir bekommen gegen 11 Uhr ein Frühstück und gegen 15 Uhr ein reichliches Dinner. Alles arabisch gekocht. Alle Gemüse und Obstbeilagen waren mir zu kalt, übrigens war es im Flugzeug auch recht kalt, wie schon zuvor von Frankfurt. Die Spielcomputer mit 18 verschiedenen Spielen, 24 Videos und Filmen sind Klasse, so verging die Zeit angenehm. Leider konnten wir nicht aus dem Fenster schauen, aber über dem Äquator hat es recht geschüttelt. Unsere Ankunft in Johannesburg war um 16 Uhr Ortszeit. Einreise und Zoll waren ohne Probleme, nur, als wir in das Flughafenhotel wollten, ließ man uns dort nicht mehr hin, weil man es nur im Transit ohne Einreise nutzen darf. Also logieren wir im Holiday Inn etwa 200m vom Flughafen entfernt. Es gibt einen Busshuttle vom Hotel, wir müssen nur die uns ständig umschwärmenden Kofferträger abwehren. Das Hotel ist fein, wir haben 2 große Zimmer mit jeweils 2 Kingsize-Betten für 60 Euro. Nach dem Duschen und etwas Schlafen, gehen wir um 19 Uhr in das hauseigene Restaurant. Es gibt ein Büfett mit großer Auswahl für 100 Rand ( etwa 11 Euro) pro Person was unsere Männer begeistert wählen. Die Frauen essen a la Karte Huhn und Ente und sind völlig satt und zufrieden. In der Nacht werden wir um 0.30 vom Hotelservice geweckt und anschließend steht der Zimmerservice mit Whisky und Wodka und Eis vor der Tür. Ein Versehen in den Zimmernummern, glücklicherweise schlafen wir schnell wieder ein.
Sonntag, den 20. 7. 03 - Johannisburg-Swakopmund-Robben
Um 4.30 Uhr heißt es Aufstehen und Abreisen zum Flughafen. Mit der Hotelrechnung gibt es Probleme, man hatte noch ein Dinner und den nächtlichen Drink auf die Rechnung gesetzt. Aber Mischa hat alles gemerkt und in Ordnung gebracht. Der Shuttlebus bringt uns zum Flughafen, dort war der Eincheckschalter noch geschlossen, also warten wir etwas, bis es um 6 Uhr so langsam losgeht. Die Duty Free Shops sind nicht so toll wie in Dubai, aber es gibt auch schönen Schmuck, leider hat noch alles geschlossen. Das Flugzeug nach Swakopmund startet um 7.15 Uhr, es ist ein kleiner Flieger für etwa 60 Personen. Kurz nach dem Start gibt es ein südafrikanisches Frühstück mit Würstchen, Käseomelett, Joghurt, Kaffee und Juice. Da wir nicht so hoch fliegen, hat man eine schöne Sicht auf das Land. Es wird immer eintöniger und nach 2 Stunden sieht man nur noch ausgetrocknete Flüsse und Dünenketten. Ich versuche ein paar Fotos von den Wadis, Landdünen und Bergen zu machen. Dann landen wir in Walfischbay, das ist der Flughafen etwa 30 km entfernt von Swakopmund. Uns umgibt graugelber Wüstensand und ein einsames Flughafengebäude. Die Einreise geht schnell, leider ist die Kühlbox nicht mitgekommen. Sie soll morgen nachgeliefert werden. Mischa holt das bestellte Auto, es ist ein weißer Nissan 4x4, Double cab, er hat 2 Sitzreihen (hinten müssen wir zu dritt sitzen) und eine Ladefläche, die ausreichend ist für unsere 5 Koffer und 3 Taschen ist. Er hat eine 3,3 l Maschine und sieht sehr stark aus. Wir schwatzen noch mit einem Mann, ein in Swakopmund geborener Sachse, der uns noch einige Hinweise gibt. Er erzählt, das es in den letzten 3 Wochen sehr starke Oststürme gegeben habe, die viel Sandverwehungen brachten. Darauf können wir verzichten. Dann starten wir nach Swakopmund, es führt eine Asphaltstraße durch die gelbgraue Sandwüste. Es ist sonnig aber windig, um die 22 Grad. Swakopmund ist eine Kleinstadt mit typisch deutschen Häuschen, alle hübsch sauber und pastellfarben. Die Straßen sind sehr breit (als man sie anlegte, musste ein Ochsengespann wenden können). In der Brückenstraße befindet sich unsere Wohnung in einer Wohnanlage. Wir haben 2 Schlafzimmer, 1 Wohnzimmer mit Küchenteil, Bad ,Klo, alles ist sehr gut möbliert und schön.
Also schnelles Auspacken und 2 Stunden Pause, denn das frühe Aufstehen heute morgen haben wir noch nicht verkraftet. Später fahren wir zur Mole am Meer, die heute am Sonntag gut besucht ist. Es gibt hübsche Grünanlagen und Restaurants. Es gibt überall deutsche Straßennamen wie unsere Brückenstraße, z.B. Kaiser Wilhelm Str. oder Moltkestraße. Jetzt benennt die neue schwarze Regierung die Straßen nach namibischen Freiheitskämpfern um. Das Vorbild Südafrika wirkt auch hier. An vielen Geschäften sieht man Schilder, wie "Hansa Bäckerei" und Firmennamen mit dem Gewerke und Familiennamen. Eine deutsche Kleinstadt um 1920, diesen Eindruck habe ich von Swakopmund. Als sei die Zeit stehen geblieben.
Wir haben Winter, es ist zwar sonnig aber doch recht kühl, um die 18 Grad. Es fällt auf, dass man kaum Kinder sieht, dafür einige Touristen mit Wüstenautos wie wir, und einige wohlsituierte deutsche Namibier, die die Geschäftswelt beherrschen. Die schwarzen Namibier treiben etwas Straßenhandel, und sind Angestellte bei den Deutschen. Am Hafen gibt es einen Schnitzermarkt. Hier kann man schöne geschnitzte Figuren, meist Tiere und stilisierte Menschen billig kaufen. Gegen 13 Uhr gehen wir in ein Restaurant essen. Es gibt teilweise deutsche Küche, wie Bratwürste, alles sind riesige Portionen. Wir wollen noch zum Robbenfelsen in Cape Cross, das ist etwa 120 km entfernt. Die Straße ist breit und besteht aus festgefahrenem Sand, der wie Bitumen aussieht. Sie führt parallel zum Strand, aber ringsherum ist die gelbgraue Namib Wüste. In Abständen wachsen kleine Krüppelkiefernbüsche, etwa 50 – 100 cm hoch, die ringsherum vom Sand eingeweht sind. Nur oben schaut etwas "grün" heraus. Man könnte meinen, die Sandhügel sind etwas bewachsen. Die Straße ist schnurgerade, hin und wieder treffen wir einige Autos. Der Robbenfelsen ist von der Naturschutzbehörde bewacht, es kostet 20 Rand Eintritt. Der Wechselkurs ist 10 Rand zu 1 Euro. Wir fahren weiter bis zum Wasser. Es weht ein starker Wind und er bringt den penetranten Geruch von etwa 80-100 000 Robben zu uns. Auf einer Länge von etwa 2 km und einem etwa 15 m breiten Strand liegen sie dicht an dicht auf den vielen Felsbrocken und dem Sand. Sie liegen und watscheln durcheinander und stoßen hundeähnlich Laute aus. Einige Muttertiere säugen ihre Jungen und die Männchen überwachen hoch aufgerichtet auf einem Stein ihre Weibchen. Es sind bemerkenswerte Tiere mit ihren verkrüppelten Füßen und kleinen Flossen. Sie haben alle hübsche Gesichter. Einige Hyänen schleichen am Rande vorbei, wir denken, dass auch einige Robben tot sind. Der Gestank ist bestialisch. Im Wasser tummeln sich auch viele Robben und es gibt viele Möwen und Seereiher. Wir haben viele Fotos gemacht. Unsere Rückfahrt ist zügig, es wird um 18 Uhr dunkel. Da die Straße keine Randbegrenzung hat und es sehr finster ist, hat Axel kein leichtes Fahren. Ich kann mich auf den Sternenhimmel konzentrieren, er ist sehr hell von den vielen Sternen und die Milchstraße ist sehr eindrucksvoll zu sehen.
Abends gehen wir in die "Kupferpfanne" zum Dinner. Dies ist ein nettes Speiserestaurant mit einer freundlichen deutschen Wirtin. Wir essen Wild: mein Mann verschiedene Wurst und Schinkensorten von Wildtieren, Axel isst ein Warzenschweinsteak, Candy eine Oryx-Rollade, Mischa ein Springbocksteak in Rotweinsoße. Der Geschmack ist nicht sofort als Wild zu erkennen, er ähnelt dem des Rindfleisches, lediglich ist es etwas fester in der Konsistenz. Aber es schmeckt sehr gut. Ich bin noch vom Mittag satt und esse nur Blumenkohlsuppe. Die Portionen sind wieder sehr groß, wir bezahlen für alles zusammen mit mehreren Bieren etwa 30 Euro. Daheim beginnen wir mit der Malariavorsorge und nehmen jeder eine Tablette und fallen dann todmüde ins Bett.
Montag, den 21. 7. 03 - Swakopmund
Wir haben gut geschlafen, nur war es etwas kalt. Aber wir haben Ölradiatoren und die wärmten etwas. Heute ist der Himmel trübe, kein Wunder, es ist ja auch Winter. Mein Mann ist als erster fertig und geht Brötchen und Marmelade einkaufen. So gibt es bald ein gemütliches Frühstück mit Kaffee und Tee. Wir planen den Tag, da meldet unsere Vermieterin, dass der Cooler eingetroffen sei und wir ihn im Swakopmund Hotel abholen können. Als wir dies tun stellen wir fest, dass er total zerbrochen ist. Also fahren wir später zum Flughafen, um zu reklamieren, man verspricht uns einen neuen zu besorgen und an unserer Wohnung vorbei zu bringen. Was auch letztlich geschah. Vormittags bummeln wir durch das Zentrum. Swakopmund ist die 2 größte Stadt in Namibia und hat etwa 15 000 Einwohner. Es ist die größte komplette deutsche Siedlung im Ausland. Wir fotografieren das Gefängnis, die Kirche, das Swakopmund Hotel (ehemaliger Bahnhof) und einige Straßenschilder. Es gibt einige Einkaufszentren mit einem hübschen kunstgewerblichen Angebot aus Holz, Straußeneiern, Tierborsten usw.. Die Preise sind moderat, der Wechselkurs ist für uns sehr günstig. Mittagessen gibt es in der Hansabäckerei: deutsche Hausmannskost, wie Erbsensuppe, Bratwurst, Kartoffelbrei die hier Stampfkartoffeln heißen und sehr schönen appetitlichen deutschen Kuchen. Es mutet schon eigenartig an, wenn man am Rand von Afrika "Spritzkuchen" kaufen kann. Später fahren wir nach Walvisbay, dort gibt es einen langen Strand, an dem die Flamingos nach Futter suchen. Diese Orte an der Küste sind für die Namibier auch Urlaubszentren, denn viele Leute leben in Windhoek und in der Wüste. Auf dem Schnitzermarkt erhandeln wir noch einige geschnitzte Holztiere. Im Supermarkt "Spar" kaufen wir noch Getränke und Konserven für die nächsten 2 Tage, weil wir uns manchmal mittags allein versorgen müssen. "Rooibus Tee", das ist ein Tee aus Blättern eines einheimischen Baumes, den die Buren bevorzugen. Es schmeckt etwas nach Kamille und Heu und ganz wenig fruchtig. Die Jungs mögen ihn, ich bleibe lieber bei Kaffee. Im Haus neben unserer Wohnung gibt es eine Wäscherei, die innerhalb von 8 Std. unsere Reisekleidung für 8 Euro wäscht. Abend besuchen wir "Kückis" Pub, das ist ein Speiserestaurant, wo wir wieder vorzüglich Wild essen. Kalt ist es in Namibia im Winter, wir haben nur wenige warme Sachen mit, mehr war nicht möglich zu transportieren.
Dienstag, der 22.7. - Durch die Namibwüste nach Rostock Ritz
Heute ist Weiterreise in die Lodge Rostock-Ritz. Sie liegt etwa 300 km von Swakopmund entfernt. Früh packen wir, trinken noch Kaffee, und gegen 9 Uhr sind wir reisefertig. Das Einpacken des Autos macht einige Schwierigkeiten, weil wir kaum alles unterbringen können. Wir haben noch einen weiteren Kanister Benzin (einer war schon im Auto), so dass wir längere Strecken ohne Tankstellen durchstehen können. Unser Auto braucht ca. 14 l auf 100 km. Der Tank fasst 75 l, also kommen wir mit einer Tankfüllung etwa 600 km, und mit den 40 l Reserve weitere 300 km. Das muss reichen. In Swakopmund frühstücken wir in der Hansabäckerei, kaufen noch ein paar Souvenirs (ich eine Kette mit Armband aus schwarz-weißen Glasperlen für 320 Rand und ein mit Elefanten bemaltes Straußenei für 580 Rand). Gegen 11.30 Uhr fahren wir los. Erst gibt es noch etwas Bitumenstraße, aber dann biegen wir ab in die C 14, dass ist eine breite festgefahrene Sandschotterstraße. Wir können um 100 km/h fahren und kommen gut voran. Hinter uns ist eine lange Staubwolke. Die Landschaft ist anfangs eben, wir sind noch in der Namibwüste, die sich entlang der Küste weit ausdehnt. Wir sehen schon wieder die verwehten Krüppelbüsche. Nach und nach wird der Sand grauer, es gibt größere Büsche und vereinzelte Bäume und Berge im Hintergrund. Dann sehen wir die ersten Springböcke, sie sind hellbraun, haben einen weißen Bauch und darüber einen dunklen Strich. Sie sehen aus wie kleine Rehe. Wir kommen durch Farmgebiet. Es sind eingezäunt. Der Farmer hält u.a. Wild darin, er pflegt einige Wasserstellen und es gibt Huftiersperren über die Straßen, wenn eine Farm endet, damit die Tiere nicht in die Nachbarfarm entwischen. Wir beobachten die Gegend und entdecken Erdhörnchen, langbeinige Rebhühner, dann sogar Strauße und die größeren Steinböcke, die Oryx. Sie haben lange spitze Hörner und sind dunkelgrau mit einem hellen Streifen am Bauch. Leider laufen sie weg, wenn wir mit dem Auto anhalten. Weiter geht die Fahrt. Wir machen einen Abstecher zum Kuiseb-Canon. Man sieht das Flussbett von vor x-tausend Jahren noch gut. In dieser trockenen Gegend vergehen keine Spuren. Dann durchqueren wir das Kuiseb-Gebirge, danach geht es hinunter zum Wasserlauf des Kuiseb. In dieser Gegend haben sich 2 deutsche Männer zwei Jahre lang vor der Internierung durch die Engländer 1942 versteckt. Wir haben ein Buch über diese Zeit der Beiden gelesen. Der Fluss ist jetzt ausgetrocknet, aber in und an seinem Lauf wachsen viele Bäume und Büsche und man sieht auch viel Wild. Wir fahren am Rotstock Gebirge vorbei und dann sind wir bald am Eingangstor der Lodge R.R. Das heißt, wir sind am Abzweig von der C 14, es sind noch etwa 5 km, bis wir am Berg die Rundhütten erkennen. Die Lodge hat 11 solcher Hütten mit je 2 Zweibettzimmern. Sie sind aus Naturstein gebaut und der Gegend voll angepasst. Jeder Raum hat eine kleine Terrasse von der man einen wunderschönen Blick auf das Rotstockgebirge hat. Die Sonne verschwindet gerade und alles ist in rotes Licht getaucht. Uns gelingen ein paar schöne Aufnahmen. Die Räume der Hütten sind originell gestaltet, alles ist aus Steinplatten, trotzdem sehr bequem. Das Restaurant und die Rezeption sind ähnlich ausgestattet, auch äußerst komfortabel. Wir machten noch einen kleinen Rundgang, Dann ging es zum Dinner. Wir aßen Strauss und Oryx, beides schmeckte sehr gut. Nach dem Rest vom mitgenommenen Jägermeister hatten wir einen tiefen Schlaf, Es war warm in der Steinhütte, angenehmer als in den Nächten in Swakopmund.
Mittwoch, der 23.7. - Fahrt zu den roten Dünen.
Wir wollen heute zu den roten Dünen bei Sossusvlei. Eigentlich soll man sie am Morgen oder bei Abendlicht ansehen und fotografieren, aber um 4 Uhr morgens zu starten, war uns zu unangenehm. Also sind wir gegen 9 Uhr losgefahren und kommen wieder an vielen Farmen vorbei. Manche sind "Gästefarmen", das heißt, sie nehmen Touristen auf und verdienen sich so etwas nebenbei. Es gibt viele Strauße zu sehen, aber auch Springböcke und Oryxe. Nach 40 min kommen wir nach Solitaire, hier gibt es eine Tankstelle. Wir biegen auf die Straße C 19, hier ist mehr Verkehr, denn unser heutiges Ziel ist eine Sehenswürdigkeit in Namibia. Die Landschaft wandelt sich, es gibt jetzt mehr Bäume, meist vor den Bergen. Um 11 Uhr sind wir in Sossusvlei, hier gibt es noch mehr Gästefarmen und größere Lodges. Am Eingang zum Naturpark kostet es natürlich etwas: 170 Rand für 5 Personen und das Auto. Es führt von hier eine 45 km lange Teerstraße zu den Dünen. Wir können sie schon bald sehen, 300m sind sie hoch. Vor 2 Millionen Jahren ist der Sand angeweht worden und hat sich hier abgelagert. Die Sonne steht hoch , da sind also Licht und Schatten nicht so markant, wie am Morgen. Am Fuß der Hauptdünen gibt es einen großen Parkplatz. Von hier kann man weiterlaufen oder sich mit einem Jeep fahren lassen. Wir haben ein Allradantriebauto und fahren noch 3 km durch hohe Sandspurrinnen. Axel hat Mühe durchzukommen. Am Ende der Strecke befindet sich wieder ein Parkplatz. Ringsherum sind gelbrote hohe Dünen, und an deren Fuß befinden sich ausgetrocknete Tümpel/Seen mit einer weißen Salzkruste. In regenreichen Jahren steht hierin das Wasser, deshalb ist die Vegetation reichhaltig, auch weil der Seeboden die Feuchtigkeit speichert. Vor uns liegt eine lang gezogene hohe Düne, und wir machen uns an den Aufstieg, immer auf dem Grat entlang. Der Sand ist lose, aber es läuft sich besser als ich dachte. Die Steigung ist um die 30%, nach 15 bis 20 min sitzen wir alle auf der höchsten Spitze und schauen auf die bizarre Gegend von Sanddünengraten, -wellen und -tälern. Dazwischen gibt es viele ausgetrocknete Tümpel. Es ist nicht heiß, denn es weht ein kühler Wind. Der Abstieg ist einfach. Die Kinder rutschen einfach an der Seite abwärts. Am Auto angekommen, gibt es unter Bäumen schattige Plätze für unseren Lunch. Um 15 Uhr fahren wir wieder zurück, 200 km strecken sich, und wir sind froh, als wir gegen 18 Uhr wieder in der Lodge sind. Die Straßen sind sehr staubig, und das Auto ist nirgendwo dicht genug gegen den feinen roten Staub. Alle Sachen im Kofferraum sind mit einer dicken Staubschicht belegt, wir werden die empfindlichen Gepäckstücke in Foliensäcken verstauen müssen. Abends springen wir in den kleinen Pool der Lodge und genießen dabei den Blick über die Wüste, es gibt wieder ein leckeres Essen in der schönen Lodge.
Donnerstag, der 24.7. - Weiterreise nach Windhock
Heute geht es nach Windhoek, 3 Stunden Fahrzeit, 250 km. Nach dem Einpacken, Frühstücken und Bezahlen verlassen wir die so angenehme Lodge. Wir haben 1008 Rand für DZ/Nacht und 712 für das EZ/Nacht bezahlt. Das Dinner am Abend kostete jeweils um 400 Rand, alles in allem bezahlten wir 5027 Rand, das sind 550 Euro. Für 5 Personen und 2 Nächte ist das recht preiswert. Wir fahren wieder nach Solitaire und biegen links in Richtung Reboth ab. Wir wählen die Straße über den Reemshoogte-Pass. Er ist an den größten Steigungen teilweise gepflastert. Unser Jeep schafft die steilsten Abschnitte 1 : 4,5 mühelos mit dem Allradantrieb. Oben gibt es eine schöne Aussicht über das Flachland Richtung Atlantik. Weiter geht die Fahrt in der Hochebene durch eine Busch- und Baumsavanne. Die Farmer halten hier Kühe und Schafe. Karakulschafe werden seit den letzten 20 Jahren gezüchtet. In Reboth tanken wir, und bald danach erreichen wir die 2 spurige Bitumenstraße B1 nach Windhock. Die B1 führt bis Kapstadt, und sollte lt. Plan einmal bis Kairo gebaut werden. Gegen 13 Uhr erreichen wir Windhoek und finden schnell unser Apartmenthaus. Wir haben wieder eine Wohnung mit 2 Schlafzimmern, Wohnzimmer und Küche. Alles ist blitzsauber und angenehm, ähnlich, wie in Swakopmund. Wir machen eine kurze Pause und danach einem Einkaufsbummel durch Windhoek, weil wir uns für das Campen noch einrichten müssen. Also kaufen wir Brot, Marmelade, Konserven für 3x Mittagessen, Wurst, Getränke, Holzkohle, Holz, ein Grill usw. Das Angebot ist sehr gut und für unseren Euro sehr billig, ein Brot z.B. 40 Cent. Wir besorgen noch einen weiteren Schlafsack für 12 Euro und suchen noch Isomatten und Campingstühle. Dann fahren wir in das Zentrum von Windhoek. Es ist eine moderne Stadt mit vielen neuen Geschäftspassagen und Restaurants. Das Auto kann man an einer Parkuhr parken, außerdem passt noch ein mehr oder weniger "privater" Wächter auf das Auto auf. Er steckt einen Zettel hinter den Scheibenwischer und wenn man zurück kommt, bekommt der Wächter 2 Rand fürs Aufpassen, und er nimmt seinen Zettel wieder ab. Wir schauen die Kirche an. Sie ist von den Deutschen um 1900 gebaut worden, die Bleiglasfenster sind vom Kaiser Wilhelm II. gestiftet worden. Leider ist die Kirche geschlossen. Dann gibt es noch die Festung der Deutschen Garnison zu sehen, sie zeugt von der 30-jährigen deutschen Zeit in Namibia. Weithin ist ein Reiterdenkmal der deutschen Schutztruppe erhalten, es erinnert an die 3000 toten deutschen Soldaten während des Hereroaufstandes 1904 und der weiteren Zeit. Der deutsche Einfluss ist überall sichtbar, wie auch schon in Swakopmund. Die älteren Häuser erinnern an den Baustil einer deutschen Kleinstadt vor 100 Jahren. Straßennamen sind hier noch deutsch, also noch nicht umbenannt von der neuen namibischen Regierung wie in Swakopmund. Abends gehen wir in einem feinen Restaurant essen, es gibt edle Wildgerichte. Kühl ist es im Winter in Namibia.
Freitag, der 25.7. - Auf nach Botswana durch die Kalahari
Das Einpacken wird immer schwieriger, weil nun auch noch ein weiterer 20 l - Kanister und unsere gestrigen Lebensmittel dazukommen. Wir haben eine große Kiste mit den Lebensmitteln und dem Geschirr, dann noch einen Cooler mit dem Fleisch und den Getränken. Start ist um 8.30 Uhr in Richtung Grenze nach Botswana auf der B 6. Es ist eine gute Bitumenstraße. Wir fahren endlos durch die Kalahari, einer Busch- und Graswüste. Sie ist total eben, man kann bis zum Horizont die kleinen, einzeln stehenden Büsche und das hohe gelbe Gras sehen. Hin und wieder treffen wir auf einzelne Farmgebäude und kleine Siedlungen, zu denen Abzweige von der B6 führen. Hier warten meist Anhalter. Wir können leider niemanden mitnehmen, so voll gepackt wie wir sind. Wir kommen gut voran, tanken noch einmal unterwegs. Die Tankstellen werden von BP und Shell betrieben und sind modern. Es gibt meist einen kleinen Shop und Toiletten. Die Einheimischen sind sehr freundlich zu uns. Es sind kleine schwarze Leute, eigentlich nicht so hübsch, die Frauen und Mädchen haben einen leichten Touch ins asiatische, alle sind recht schlank. Auffallend sind die großen Hererofrauen. Sie tragen weite plizzierte bunte Röcke und dazu eine passende Hutkappe mit 2 "Hörnern". Schade, dass ich mich nicht traute, sie zu fotografieren. Weiße waren in Windhoek schon weniger zu sehen gewesen, hier gar nicht. Auf dem Land leben meist die kleinen Schwarzen (Buschmänner oder Hottentotten-Nachkommen – darf man das sagen?). Um 13 Uhr sind wir dann an der Grenze, es gibt wenige Kunden, aber viele Beamte. Wir füllen Einreiseformulare aus und bekommen einen Stempel in den Pass und für das Auto noch eine Sondergenehmigung für 20 Rand oder 10 Pula. Dann sind wir in Botswana. Hier wird die Zeit um eine Stunde vorgestellt, wir haben wieder MEZ.
| |