Yeah mon, no problem !

Yeah mon, no problem !



Yeah mon, no problem !

 von plautzbirne
Dienstag, 4. März 2008

Mein Trip nach Jamaica begann eher ungeplant. Kerwe-Montag, der Kopf noch nicht richtig klar für Büroarbeit und nerviges Herbstwetter. Also rüber ins Reisebüro und ohne lange Verhandlungen 14 Tage Jamaica (Sonne, Meer, Reagge) gebucht. Dann 4 Wochen Vorfreude und ungeduldiges Warten. Anfang Dezember gings dann endlich los: Im Schneeregen nach München, 10 1/2 Stunden 767 und gegen 18.00 Uhr Ortszeit Landung in Montego Bay im karibischen Paradies. Die Einreiseformalitäten gingen schnell über die Bühne, meine Englischkenntnisse wurden nach wenigen Sätzen wieder voll aktiviert. Kurze Anmeldung bei der örtlichen Reiseleitung mit Empfang der Info-Mappe, ein örtlicher Angestellter der Argentur schnappt sich meinen Koffer und raus aus dem Flughafen. Bumm ! Wie wenn man in Watte läuft: stockfinstere Nacht, ca. 30 Grad und hohe Luftfeuchte. Herrlich! So etwa 2 m nach der Flughafentür hält mein Führer an und sagt, ich solle erstmal in Ruhe eine Rauchen. Hab ich natürlich auch gemacht, noch eine zweite. Der wirklich freundliche Guide hat mir auch sofort vom nahegelegen Kiosk ein gut gekühltes Bier geholt (3 US, mit Tip). Einfach göttlich. Dieser erste Kontakt mit den Einheimischen hat schon alles gezeigt: freundliche, lustige Menschen, für die jedoch Trinkgeld (Tip) ein unverzichbarer Teil des Lebensunterhaltes ist. Aber tut uns reichen Deutschen hier und da so ein Spielgeldschein (US) im Urlaub weh? Jedenfalls noch recht lang mit dem Guide geschwatzt und prompt den Transfer zum Hotel verpaßt! No problem, we´re on Jamaica! Kurzer Anruf und ein Kumpel von ihm hat mich die 2 km im Privatauto gefahren. Kostenlos, nur gegen einen klein Tip.
Check In im Hotel ging Ruckzuck, der Hotelboy Dexton hat mich aufs Zimmer begleitet. Erste Frage ob Klimanalge ok, dann Griff zur TV-Fernbedienung, 3x gezappt, und welcher Film lief gerade? Natürlich Cool runnings ! Also besser kann ein Jamaica-Urlaub gar nicht anfangen. Auspacken, Duschen und ab zum Essen. Ein wirklich reichhaltiges Buffet mit überwiegend amerikanischen, aber auch nationalen Gerichten. Richtig lecker. Und an das jamaikanische Red Stripe Bier kann man sich auch ganz schnell gewöhnen. Danach noch schnell an der Lobbybar angedockt, ein paar Cocktails geschlürft und mit dem Barkeeper Patrick angefreundet. Die Jamaikaner sind generell sehr freundlich und aufgeschlossen, sobald man aber als Deutscher erkannt wird, dann potenziert sich diese Freundlichkeit noch! Das war der Anreisetag, hundemüde bin ich ins Bett gefallen und habe bei Meeresrauschen und tropischem Vogellärm die erste Nacht verbracht. Am nächsten Morgen, bedingt durch die Zeitverschiebung war ich schon mit der Dämmerung munter,habe ich den Tagesbeginn erstmal auf dem Balkon genossen. Hier bot sich auch der erste impossante Anblick - die Aida (oder besser eine der Aidas) lief gerade in den Hafen ein. Im Laufe des Urlaubs hat sich diese Bild jedoch relativiert, als dann die richtigen Kreuzfahrtschiffe (Queen Mary II, Voyager of the seas usw,) auftauchten.
Den ersten Tag habe ich erstmal zur Hotelerkundung genutzt: Ein kleines, überschaubares, fast schon familiäres Hotel mit rd. 140 Zimmern, alle mit Meerblick. Halboffenes Buffetrestaurant, Spezialitätenrestaurent, Lobbybar, Beach/Poolbar, noch ´ne Bar, Snackbar, Disko ... .Sonst Entspannungstag: Strand, Pool und Poolbar (Swim Up). Kleines Problem: Bin 2 Kanadiern, etwa mein Alter, in die Finger geraten, da wurde der Nachmittag recht feucht. Abends dann der Welcome-Treff der Reisegruppe. Wobei Reisgruppe ist gut gesagt, außer mir war nur eine weitere Frau aus Deutschland, und diese Stefanie ist eigentlich eine gebürtige Jamaikanerin, die seit einigen Jahren in D lebt.
Jetzt den ganzen Urlaub Tag für Tag zu schildern würde wohl zu lange dauern, also beschränke ich mich auf die Highlights:
Vor Ort habe ich eine 2-Tages Rundreise gebucht. Auf dieser Tour wurden einige der Insel-Tops angefahren, wie z. B. Discovery Bay, Ochio Rios, Dunns River Falls, Sun Valley, Porto Antonio, Summerset Falls, Blue Mountains, Kingston, Bob Marley Museum.
Die Tour war sehr lustig, Von den 16 Leuten im Bus war die Hälfte allein reisende Kerle im Alter 30 - 40 Jahre. Entsprechend war die Stimmung. Leider wurde, wie von uns lautstark gefordert, kein Stopp am Hard Rock Cafe in Ochio Rios eingelegt. Die Reiseführerin Denise hat mit ihrem Deutsch-Englisch Mischmasch auch für gute Stimmung gesorgt und viel wissenswertes über die Insel vermittelt. Der Höhepunkt der Rundreise war für mich der Besuch des Bob-Marley-Museums in Kingston. Sein Wohnhaus ist orginal erhalten worden (einschl. Studio) und heute Besuchern zugänglich. Kommentar eines Reiseteilnehmers im Schlafzimmer von Bob: Tja, mit der Spielwiese, den ganzen Bongs und dem Ausblick auf die Berge hätte ich auch gute Musik machen können. Die Führung im Museum war auf Englisch, was aber keinerlei Probleme bereitete.
Ein weiterer erwähnenswerter Punkt ist die Shoppingtour durch Montego Bay. kaum das Hotel verlassen mußte ich mich den vielen Taxis erwehren, die alle eine Stadrundfahrt angeboten haben. Mit einen freundlichen aber bestimmten no, thank you schafft man das aber doch irgendwie. Der erste, der mich um 20 US erleichter hat, war ein Fliegender Händler. Er verkaufte Reagge-CD´s aus einer Umhängetasche. natürlich alles nur schwarzgebrannte. Aber mit 20 für 5 CD´s kann amn eigentlich nicht viel falsch machen, im nachhinein angehört sogar recht gute Musik. Als Zugabe mußte ich mich mit ihm hinsetzen und ein jamaikanische Zigarette rauchen. Lange Rede, kurzer Sinn: Der Genuß der jamaikanischen Zigarette hat dann letztendlich meine Kaufenzscheidungen doch deutlich angeregt, so daß ich rd. 80 ärmer, aber mit 2 Beuteln voll schöner Holzschnitzereien und einer Flasche Rum wieder im Hotel ankam.
Der Kontakt mit dem CD-Händler hat sich aber auch anderweitig gelohnt. Ein paar Tage später habe ich ihn wieder getroffen, er hat mich dann für abend in einen Club eingeladen. Das war eine richtig gemütliche Dachterasse mit Musik und einer Bar. Nur Einheimische, keine Touristen. Anfangs war mir schon etwas mulmig, als einziger Weißer nur unter Schwarzen, aber alle Befürchtungen haben sich ganz schnell zerschlagen. Wie schon gesagt sind die Jamaikaner sehr gastfreundlich. Es wurde Bier ausgegeben (natürlich habe ich mich revanchiert), laufend bekam ich ´ne Tüte angeboten, wir haben getanzt und gelacht. Zum Abschied schenkte ich meinen neuen Freunden noch ´ne Schachtel Marlboro, was alle sehr erfreute. Dazu muß man wissen, daß die Zigaretten (und eigentlich alle Lebensmittel) etwa genausoviel kosten wie bei uns, ein normaler arbeitender Jameikaner aber nur etwa 200 US monatlich verdient.
Noch mal zurück zum Hotel. Hier konnte man auch den Tag verbringen, ohne daß Langeweile aufkam. Entweder faul am Strand liegen oder beim Animationsprogramm am Pool mitmachen. Über den Sinn oder Unsinn dieser Hotelspiele kann man streiten, aber im Urlaub kann man ruhig mal solchen Blödsinn mitmachen, für gesittetes und ordentliches Benehmen hat man den Rest des Jahres in Deutschland Zeit genug. Besonders erheiternd fand ich alle Spiele, bei denen irgenwie Bierwetttrinken vorkam. Als geübter Deutscher Biertrinker stellen die Amerikaner und Kanadier keine Gegener, sondern viel mehr Opfer dar.
Generell waren die 3 Animationsmädels Candy, Foxy und Denise nicht nur hübsch, sondern auch immer gut drauf und für jeden Spaß zu haben. Bei der Abreise (die 14 Tage waren schneller um als mir lieb war) haben mich die drei sogar bis zum Transferbus begeleitet und ganz lieb mit Küßchen verabschiedet.
Wenn man Jamaica via Flughafen MoBay verläßt, dann verabschiedet sich die Insel noch mal in ihrer einzigartigen Weise: Im Transitbereich des Flugahfens ist als Hingucker der berühmte jamaikanische Bob ausgestellt.
Noch ein kleiner Schwank zur Rückreise: Der Rückflug erfolgte über Cancun (Mexiko). Auf dem Flughafen Jamaika wurde sehr streng das Handgepäck gefilzt. Feuerzeuge wurden eingezogen! In Cancun standen dann die Händler mit Bauchladen:
Streichhölzer 2 ! So kann man Rauchern das Geld aus der Tasche ziehen!

Insgesamt ein sehr schöner Urlaub in einem nicht ganz billigen, aber ungeheuer gastfreundlichem Land. Sicher kann man die Insel und die Menschen als Rucksacktourist wesentlich besser kennenlernen, aber aus dem Alter bin ich inzwischen raus.
 
KarteKarte zeigen
 
ProfilInfo über plautzbirne
Reiseberichteplautzbirne's Reiseberichte
 
meldenVerstoß melden
Tell a friendtell a friend
Registriereneigenen Bericht schreiben
buchenSuchen & Buchen
RSSRSS-Feed abonnieren
Letzte Änderung: 04.03.2008 14:09:53
Bewerten Sie diesen Bericht:
Bitte melden Sie sich erst an!
Social Bookmarking


Kommentar:

Bitte loggen Sie sich ein um ein Kommentar zu schreiben.
Achtung: Bitte melden Sie sich erst an!


Mitglied werdenÜber unsImpressumStartseiteDatenschutzAGB`s