Marrakesch - Urlaub im Riad

Marrakesch - Urlaub im Riad



Marrakesch - Urlaub im Riad

 von Eternity
Donnerstag, 22. November 2007

Nach einem anderthalbtägigen Marrakesch-Aufenthalt auf unserer Marokko-Rundreise mit einer geführten Gruppe vor zwei Jahren haben wir uns entschlossen, die Stadt nochmal intensiver anzusehen, und das geht für meine Begriffe nur, wenn man alleine loszieht und mal ausprobiert, ohne Gruppe, ohne Betreuung, einfach auf sich zukommen lassen und erleben, was kommt. Das geht in Marrakesch eigentlich problemlos.

Da wir es möglichst original orientalisch haben wollten, haben wir über Thomas Cook das Riad Amina, welches mitten in der Medina liegt, gebucht.

Vom Taxitransfer in einer staubigen Seitengasse abgesetzt (in der Medina sind manche Strassen so schmal, dass sie nicht von Autos befahren werden können, und so liegt das Riad), fühlten wir uns schon fast wie Indiana Jones im gleichnamigen ersten Teil der berühmten Filmtriloge: ausgesetzt im uns unbekannten Gewirr der engen Gassen; zwar war das Riad halbwegs ausgeschildert, aber man kann sich durchaus verlaufen, was wir auch prompt getan hätten, hätten uns nicht freundliche Einheimische gefragt, wohin wir denn wollen.
Das Riad wäre von aussen kaum zu erkennen gewesen, nur eine dunkle Holztür in einer roten Mauer, mit einem Metallklopfer daran. Betritt man dann das Riad durch diese Tür, steht man plötzlich in einem ruhigen Innenhof mit Pflanzen und Sitzgelegenheiten, ein Brunnen plätschert, die Vögel zwitschern und vom Staub und Lärm der umliegenden Gassen ist kaum noch etwas zu hören. Man bekommt einen Tee angeboten und lässt erst mal ruhig angehen.

Der einwöchige Aufenthalt im Riad war äusserst angenehm, wir hatten nur Frühstück gebucht, weil wir gerne auch das einheimische Essen probieren wollten, was wir auch ausgiebig getan haben, in diversen Restaurants und Cafes und auch in den Garküchen, die abends auf dem Jemaa el Fna aufgebaut werden.

Ansonsten heisst es laufen, laufen, laufen, denn die Stadt erschliesst sich eigentlich nur dem Fussgänger, speziell die Medina. Riad Amina liegt im nördlichen Teil, Nähe Zaouia Sidi Ben Slimane, man ist zu Fuss schnell auf dem Soukgelände und lässt sich dann am besten durch die Strassen treiben. Viele der Sehenswürdigkeiten (ausser den Souks und Jemaa el Fna) sind in der südlichen Medina, z.B. der El Badi-Palast mit seinen Storchennestern oder der Bahia-Palast. Sehenswert ist aber auf jeden Fall auch die Medersa Ben Youssef, wenn man auch das Museum de Marrakech und die Qubba Murabiyin anschauen möchte, kann man sich ein Kombiticket für alle drei kaufen.
Aber selbst wenn man sich das alles anschaut, landet man trotzdem immer wieder irgendwie in den Souks mit ihrem reichhaltigen Angebot orientalischer (und auch nicht so orientalischer) Waren. Dort heisst es hart handeln, denn die anfangs genannten Preise sind mindestens dreimal so hoch wie die Dinge tatsächlich wert sind. Und selbst wenn man auf der Hälfte landet, ist es wahrscheinlich noch zu teuer. Hilfreich ist es, vorher einen Blick ins Ensemble Artisanal (Anfang der Avenue Mohammed V.) zu werfen, um eine ungefähre Vorstellung über die Preise zu bekommen.

Nicht versäumen sollte man auch einen Abstecher in die Neustadt, die einen absoluten Kontrast zur Medina bietet: kann man in der Altstadt schon Moderne und Tradition nebeneinander her leben sehen, z.B. in Form von Grüppchen von Frauen, von denen einige in knallengen Jeans und bauchfrei, die anderen tiefverschleiert herumlaufen, steigert dieses die Neustadt Gueliz nochmals: moderne Gebäude, ultragestylte reiche Marokkanerinnen in Markenklamotten, mit teuren Handtaschen und Sonnenbrillen von Dior auf der Nase und dem Designerhandy in der Hand. Eine andere Welt direkt vor der alten Stadtmauer.

In Marrakesch prallt alles aufeinander: moderne und traditionelle Kultur, ein unglaubliches Verkehrsaufkommen aller Art, Unmengen von Touristen aus aller Herren Länder und und und.

Eine Woche haben wir in Marrakesch verbracht, und ich muss sagen, wir haben unglaublich viel gesehen. Ich habe die Stadt gehasst (der Staub und die Motorräder, die einem, wenn man nicht aufpasst, die Fussspitzen abfahren) und geliebt (die Farben, das Essen, die orientalische Atmosphäre...). Es war bunt, laut, hektisch, lecker, schön, anstrengend, erholsam, verwunderlich, fremd, exotisch, staubig, nett, spannend...schwer zu beschreiben. Man kann in der Stadt eigentlich sehen, was man möchte, man wird es sicherlich finden.
 
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Tipps:
Die Garküchen auf dem Jemaa el Fna kann ich nur jedem empfehlen: nicht nur durchlaufen und fotografieren, sondern auch hinsetzen und probieren! Trotz der etwas rustikalen Darbietungsweise und der Lagerung der Lebensmittel, die nicht unbedingt europäischem Standard entspricht, sind die Gerichte schmackhaft und gut und auch sehr günstig. Für knappe 10€ kann man mit zwei Personen essen und trinken. Beispiel: am Stand No. 1 von Aicha hatten wir Brot, zweierlei Saucen, einen gemischten marokkanischen Salat, Shrimps, Merguez-Würstchen und zwei Cola. Ähnlich verhält es sich an den anderen Ständen, wir haben noch No. 42 ausprobiert (Rachida), dort hat es uns auch gut geschmeckt. Zudem bekommt man drumherum noch eine Menge zu sehen, auf dem Platz ist immer viel los, und an den Ständen gehen ja auch die Einheimischen essen.
Letzte Änderung: 22.11.2007 16:01:12
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